Liebe Eltern, die Schule ist nicht so
Paul Michael Meyer Auch wenn Meyers
„Liebe Eltern …“ zuletzt 1993 aufgelegt wurde,
hat es an Aktualität überhaupt nichts eingebüsst.
Ein in jeder Beziehung erfrischendes Buch! Der erfahrene Praktiker
(Mehrklassenlehrer, später in der Lehrerbildung im Kanton Bern
tätig) nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise zur Frage:
Schule kann doch auch ganz anders sein – warum denn nicht?
Geistreich, satt an Ideen und sprachlich wohltuend geschliffen kommt
es daher.
Ein erster Kontakt mit dem Autor hat ergeben, dass er an einer
Zusammenarbeit mit uns sehr interessiert ist. Hat eben ein neues
Buchprojekt gestartet und wird 2009 gewiss im Rahmen einer FPA-Veranstaltung
gewiss anzutreffen sein.
Hier ein paar wenige Kostproben aus seinem Buch:
„Unser Schulsystem ist, zumindest was die Lehrer betrifft,
selbstreinigend: In der Regel weichen Primar- und Reallehrer, die
es gewagt haben, ihren Unterricht lebendiger und humaner zu gestalten,
nach wenigen Jahren in das Reservat der Heilpädagogik aus.“
So beginnt sein Buch und wenig später liest man:
„Während sich also das kritische Denken, die frische
Farbe in der Heilpädagogik sammelt, verblasst die staatliche
Regelschule immer mehr, wird farblos, freudlos, grau in grau, ohne
Feuer, ohne Utopie.“
Einiges später heisst es dann:
„Da geht einer neun Jahre zur Schule, entschliesst sich Lehrer
zu werden, geht also nochmals fünf Jahre zur Schule. Nach vierzehn
Jahren gibt es auf Pfiff Platzwechsel, und das böse Spiel geht
weiter, wie gehabt. 14 von 21 Jahren hat er also in der Schule verbracht,
in einer Schule eben, die, wie wir festgestellt haben, nicht immer
sehr wirklichkeitsnah ist. Was hat er dabei eigentlich mehr gesehen
als den Pultdeckel, das Brett vor dem Kopf?“
Oder:
„Aber was ist das Wesentliche eines Kindes? Seine Träume?
Sein Lachen? Wie aber misst man seine ganz eigene Art des Lächelns?
Wie wertet man die Haltung, den Ausdruck des Kindes am Sarg der
Grossmutter? Da dürfte man nicht messen, da müsste man
schauen, denn das Wesentliche ereignet sich in der Begegnung.“
Oder:
„Die neue Schule wird aber vor allem Gärtner nötig
haben, geduldige Menschen, die Vertrauen haben in die Anlagen eines
jeden Kindes, in deren Vertrauen sich die Kinder selbst geborgen
fühlen können. Im Zentrum ihrer Arbeit wird die Boden-
und Klimaverbesserung stehen. Ihr Ziel werden junge Menschen mit
starker, eigenständiger Persönlichkeit sein, die den Widerwärtigkeiten
der Arbeitswelt gewachsen sein werden, solidarische Menschen, die
Freiräume kreativ zu füllen vermögen und sie so der
folgenden Generation erhalten oder gar erweitern.“
Broschiert, 254 Seiten, Fr. 28.- (anstatt Fr. 32.-)
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