Pädagogik im Spannungsfeld von Liebe und Angst

Angst wird im Allgemeinen mit Egoismus in Verbindung gebracht: Ich habe Angst um mein Wohlergehen, mein Geld, meine Zukunft etc. Aber gehört es nicht zu den schönsten Eigenschaften des Menschen, dass er Angst um andere haben kann? Wie gern würden wir unsere Liebsten gegen alle Unbillen wappnen. Allein der Gedanke, ihnen könne Leid zugefügt werden, macht uns Angst. Vielleicht ist das eine Schwäche. Aber wenn ich mich frage, was man dem verbreiteten anthropologischen Pessimismus entgegen halten kann, fällt mir zuerst diese Schwäche ein. Uneigennützige Angst oder zumindest Sorge um das Wohlergehen anderer ist der Gegenpol zum Egoismus. Nirgends zeigt sich das so deutlich wie im Verhältnis liebender Eltern zu ihren Kindern.

Und doch birgt diese Schwäche, in der so viel Kraft liegen kann, auch Gefahren. Es ist paradox: Die ursprünglich von liebevollen Motiven geleitete Angst – etwa um unsere Kinder – kann zu  lieblosen Haltungen  und Handlungen führen. Dann nämlich, wenn wir unter ihre Knechtschaft geraten. Angstgetriebene Menschen neigen zu Kontroll- und Überwachungzwängen. Gegenüber Kindern kommt es dann oft zu einer Tyrannei der präventiven Gefahrenabwehr. Schlimmstenfalls nimmt das Ausmaße an, die, um eine Formulierung von Georg Schweppenhäuser aufzugreifen, den Tatbestand der „Enteignung des individuellen Lebensschicksals“ erfüllen.

„Für Kinder heißt das: Desorientierung, Destabilisierung, Verunsicherung und – Angst“, schrieb mir Dorothea Niklaus Wirz, die einige Anregungen zum thematischen Umriss dieses Seminars gab.
Und sie fragt: „Wie schauen wir den Verunsicherungen ins Gesicht, ohne uns davon auffressen zu lassen?
Wie finden wir zurück in ein Vertrauen, eine tiefe Bindung, die all den Angstregeln dieser Welt standhalten kann?“

Darüber wollen wir uns austauschen.

Datum

18.11.2017

Zeit

10:00–16:30 Uhr

Ort

Gymnasium Unterstrass, im Neubau
Seminarstrasse 29, 8057 Zürich

Ab Zürich HB mit Tram Nr. 11 (Richtung Auzelg) oder 14 (Richtung Seebach) bis Schaffhauserplatz.
Ab hier direkt über die Seminarstrasse zum Neubau

ReferentIn

Henning Köhler

* 1951. Kinder- und Jugendtherapeut, Heilpädagoge, Autor diverser Bücher:
–War Michel aus Lönneberga aufmerksamkeitsgestört?
– Jugend im Zwiespalt
– Vom Rätsel der Angst
– Von ängstlichen, traurigen und unruhigen Kindern
– Vom Wunder des Kindseins
–Was haben wir nur falsch gemacht? u.a.m.

Kursbegleitung

Christian Wirz, FPA

Standardpreis

SFr. 210.00

Preis für Mitglieder

SFr. 185.00

Mögliche Zahlungsarten

  • Überweisung vor dem Kurs an: Kurse FPA, 6300 Zug, PC 87-2962-3 IBAN: CH59 0900 0000 8700 2962 3 BIC: POFICH BEXXX

Veranstalter

fpa

Freie Plätze

genug

Anmeldung

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