Newsletter MenschenBildung 03/2020

«Ich fürchte den Tag, an dem die Technologie unsere Menschlichkeit überholt. Die Welt wird dann eine Generation von Idioten sein.»      (Albert Einstein)

Eine Grippe geht viral

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Unsere Welt wie wir sie kennen gerät derzeit aus den Fugen. Und dies einfach, weil letzten Herbst Ärzte im grössten biologischen Labor Chinas in Wuhan, eine neue Variante eines seit 60 Jahren bekannten Grippevirus entdeckt hatten. Corona ist , wie ihr weiter unten lesen könnt, nach neusten Erkenntnissen nicht gefährlicher als andere Grippeviren – aber die Panik war schneller. Auch die Fallzahlen sprechen klar dagegen:
Grippetote weltweit 2020: 110'000. Corona: 21'000  (Stand 26.3.)

Was ist geschehen, dass ein übliches Problem wie eine Grippewelle plötzlich als existenzielle Bedrohung wahrgenommen wird? Welche Verkettung von Umständen kann dazu führen, dass etwas, was sonst als Pressemeldung kaum unsere Aufmerksamkeit weckt, all das auslöst was wir derzeit erleben? Wie kann die Menschheit zu einem Skorpion erstarren, der angesichts einer Bedrohung nichts Besseres mehr weiss, als Vieles was gesellschaftlich noch funktionierte panisch zu zerstören ?
Es zeigt uns wohl, auf welchem schmalen Grat wir schon länger und uns immer ängstlicher klammernd gewandelt sind. Die sich überschlagenden Ereignisse und die Begegnungen, die ich zurzeit erlebe, schockieren mich. Nicht der Virus, sondern die Massenhysterie sorgen dafür, dass nichts mehr sein wird wie es bisher war.

Was mit unseren Kindern geschieht in dieser Hysterie macht mich sehr betroffen.
Was alle Sofortmassnahmen mit ihnen machen, wie es für sie ist, das scheint nicht von Belang zu sein im Moment.
Die Schulen und Kindergärten sind geschlossen, Spielplätze abgesperrt. Wer trotzdem spielt wird von patrouillierenden Sicherheitsleuten weggeschickt. Die meisten Grosseltern kommen gar nicht mehr zu Besuch, oder winken höchstens noch über den Gartenzaun. Die Kinderhände sind wund vom Desinfektionsmittel. Lehrkräfte sorgen sich um die Kinder, von denen sie wissen, dass sie zuhause nun voll den misslichen Verhältnissen ausgeliefert sind und den sicheren Hafen der Schule verloren haben.
Nichts ist mehr wie es war. Ich verbringe die Tage mit meinen Kindern zuhause, ihre Tagesstruktur und meine Arbeitszeit sind weg. Es funktioniert nichts mehr, weil wir alle Strukturen aufgelöst haben.
Es fehlt aber die Zeit, um in dieser neuen Wirklichkeit anzukommen, zu realisieren was geschehen ist und was es mit einem macht. Von den Kindern wird (wie auch von uns) erwartet, dass sie einfach weiterfunktionieren.
Die Schule schickt die Schularbeiten, der Lehrer doziert per Skype, die Lehrerin hilft per Chat, die Eltern sollen schauen dass die Kinder liefern. Sogar die Musikschule erklärt die Aufrechterhaltung des Unterrichts über
WhatsApp, Skype, FaceTime, Mail, Sprachnachrichten, Telefonanruf usw.  als obligatorisch. Ja wenn das alles auch so geht beweisen wir doch gleich, dass da noch ganz viel Sparpotenzial brachliegt und die Digitalisierung ein Segen ist.

Ich persönlich habe stabile Familienverhältnisse und beste Voraussetzungen für diese Situation - trotzdem finde ich, dass es so nicht gehen kann. Ich soll jetzt die Kinder betreuen, gleichzeitig Homeoffice machen, die Kinder unterrichten, ihre Leistungen filmen, aufnehmen, einscannen und hochladen. Zudem muss ich noch die fehlenden Kollegen ersetzen, Fussball- und Basketball spielen, für genügend frische Luft, Bewegung und den Haushalt sorgen.
Manche Leute, von den Mutigen die noch rausgehen, halten die Luft an und machen einen Bogen um uns, das Hündchen der Nachbarin dürfen wir auch nicht mehr streicheln. Es ist eine Katastrophe – von uns gemacht, aus nicht nachvollziehbaren Gründen.

Was macht das mit den Kindern, wenn sich die Grosseltern vorsichtshalber nicht mehr nähern ? Was ist geschehen, wenn man in den Grosskindern nicht mehr freudig das eigene Fortbestehen, sondern eine lebensbedrohliche Gefahr sieht ? Wir alle tragen immer durchschnittlich 1-19 Viren und eine gefüllte Schippe Bakterien in uns. Ob wir krank werden oder nicht hängt von andern Faktoren ab, als der Präsenz von Viren. Wie soll ich mich zu einem Menschen in ein paar Wochen wieder hingezogen fühlen, der jetzt plötzlich mir gegenüber einen Sicherheitsabstand einhält ? Mag ich dann das Hündchen wieder streicheln, sobald die Nachbarin keine potenzielle Gefahr mehr sieht in mir? Menschen sind verletzlich in Beziehungen - Kinder besonders.

Corona macht uns und unsere Kinder noch einsamer und unser Leben noch digitaler.
Wieso mussten wir die Schulen und Geschäfte schliessen, die Arbeit runterfahren, derweil die Risikogruppe ängstlich durch die Supermärkte schleicht und uns auf den Spazierwegen anschreit, gefälligst den 2m-Abstand einzuhalten?

Beängstigend finde ich zurzeit vorallem, wie bereitwillig 90 % von uns Anweisungen befolgen oder gar noch beflissen überbieten, die missachten, was Menschlichkeit vorallem ausmacht. So wenig braucht es und wir können niemandem trauen und fürchten uns vor unseren besten Freunden. Erschreckend, wie manipulierbar uns die neuen Medien machen - denn Filme und Bilder wirken stärker als Fakten.

So fällt es nicht leicht, von der Massenhysterie nicht erfasst zu werden. Die Medien und die sozialen Kanäle haben das Ganze zu dem Tsunami aufgeschaukelt, den wir heute haben und den wohl niemand mehr unter Kontrolle hat.

Es gibt aber auch Ärzte, die unabhängig ruhig und sachlich geblieben sind. Und es gibt glücklicherweise auch noch mutige, unabhängige Journalisten, die fundiert recherchieren und informieren. Solche Stimmen helfen das Ganze einzuordnen. Es scheint mir, dass es im Moment nichts Wichtigeres gibt als sich von der Angst nicht anstecken zu lassen - denn unsere Angst überträgt sich auch auf die Kinder.
Deshalb lasse ich euch hier teilhaben an den Infos, die ich gesammelt habe.
Verzichtet doch mal auf die offiziellen Nachrichten, befreit euch aus dem Eskalationsstrudel der sozialen Netzwerke und hört diese Stimmen, die uns weit mehr als Schreckensnachrichten zu erzählen haben.
Es kann auch helfen, die schönen Seiten des momentan verlangsamten Lebens wahrzunehmen. Was soll die Schulaufgabe, am Tablet Vögel zu bestimmen (wahres Beispiel aus diesen Tagen)? Vergesst sie! Öffnet das Fenster, lauscht dem frühlingshaften Vogelgezwitscher, geht mit den Kindern raus und sucht die Vögel. Freut euch an der sonntäglichen Ruhe und der Verlangsamung da draussen. Und wer weiss, vielleicht werden wir so ein Frühlingerwachen aus einer Zeit erleben, die wir uns danach gar nicht mehr zurückwünschen.

Herzlich Grüsse und viel Mut und Zuversicht,

Lesens-/sehenswert

Schon öfter habe ich den Zeitpunkt zur Lektüre empfohlen.
Was uns der Herausgeber Christoph Pfluger liefert ist Gold wert in der heutigen Zeit.
Seit letztem Jahr ist es keine Zeitschrift mehr, sondern erscheint in Buchform. Begründung: Um sich mit einem Thema vertieft ausneinanderzusetzen braucht es mindestens 50 Seiten. Wie wahr und wie mutig, diese Gegenposition im Zeitalter des Schlagzeilenwischens!
Ich empfehle euch ein ABO zum selbstgewählten Tarif! Und beginnt unbedingt mit der neusten Ausgabe:


Wir finden darin einen starken Artikel zu 5G und erfahren unter anderem, welche Krankheiten und Pandemien uns die Elektrifizierung der Welt schon von allem Anfang an beschert hat. Wuhan ist übrigens 5G Modellstadt mit über 10'000 Antennen...
Mehr Infos/Zeitpunkt abonnieren

Doch ganz direkt zur Corona-Krise lieferte uns Christoph Pfluger am 20.3. einen Newsletter, den ich als die hilfreichste Publikation zu diesem Thema bezeichnen würde:

Die Ruhe vor dem perfekten Sturm
Das Corona-Virus wird sich als nicht besonders gefährlich erweisen. Aber die Massnahmen dagegen werden drastische Folgen haben, vermutlich verheerende – eine Art elfter September für die Menschheit. Eine Übersicht und zum Schluss die ganz grosse Chance, auf die wir alle gewartet haben.
weiterlesen?

Bereits am 23.3. doppelte Christoph nach mit "erleichternden Nachrichten zu Corona". Erleichternd bedeutet aber auch ernüchternd zu erkennen, wie überzogen weltweit auf Corona reagiert wurde. Ihr erfahrt hier dass wir das Corona-Virus massiv überschätzen, warum es in Italien schon immer mehr Grippetote gab, die Covid-19 Tests eine Fehlerquote von 47 % haben, dass es sinnvoller wäre nur die Risikogruppen zu schützen und viele weitere brisante Infos.
weiterlesen?

Corona-Virus: Grippe mit schönem Namen
Der Arzt, Naturarzt und Naturmedizinpionier nimmt sehr ruhig und nüchtern Stellung und erklärt uns, wie man einer Grippe aus Sicht der traditionellen Heilkunst begegnen sollte.
Video ansehen   (25 Minuten)

Corona-Virus: Wahnsinn oder Wahrheit?
Dr. med Ingfried Hobert stellt die Bedrohung durch das Virus in vernünftige Relationen. Auch wenn es schon 2 Wochen alt ist (!), die Hauptaussage trifft immer noch zu.
Video ansehen?    (5 Minuten)


Wovor müssen wir uns mehr fürchten? Vor dem Coronavirus oder vor der Massenpanik, die wir derzeit erleben?
Der Coronavirus - Statistik-Professor Dr. Walter Krämer im Gespräch mit Dr. med Ingfried Hobert
Video ansehen   (16 Minuten)

Veranstaltungen

Das Seminar vom 16. Mai "Begleitungskunst - Besuch beim Verein Spielraum Lebensraum in Grabs" ist abgesagt.

Alle andern Seminare, auch die nächsten im Mai, möchten wir nach wie vor durchführen. Wir sind flexibel und entscheiden kurzfristig (eine Woche vor dem Seminar) ob es stattfinden kann. Seid doch auch flexibel: Meldet euch an und bezahlt das Kursgeld erst ein sobald klar ist, dass es stattfinden kann.

Ulrike Kegler
Wer Beziehungen stärkt macht Schule gut - ein Weckruf 

Was läuft falsch, wenn so viel Unzufriedenheit bei herrscht? So viel Frust bei Schüler*innen und Eltern? Wir brauchen eine neue Beziehungskultur an den Schulen: Lehrer, Eltern und Politiker, die an einem Strang ziehen und aufhören, sich gegenseitig zu blockieren. Steigen wir endlich vom toten Pferd ab und hören auf mit dem Lehrer-Bashing! Ulrike Kegler weist eine Fülle von Wegen, um Lehrerinnen und Lehrer zu unterstützen. Auf sie kommt es an, wenn wir Schule erfolgreich machen wollen. Denn wo die Erwachsenen gemeinsam an den Beziehungen arbeiten, nehmen sie die Kinder und Jugendlichen mit. Ein wertvolles Seminar für alle, die sich für eine Schulveränderung im Sinne der Kinder und der Schulgemeinschaft interessieren. Besonders ansprechen wird der Tag  aber Schulleiterinnen und Schulleiter.
Samstag 2. Mai, in Zürich 

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Gerda Salis Gross
Spiel als Sprache des Kindes
Die verbale Sprache ist für das Kind noch eine begrenzte Möglichkeit, um sich auszudrücken. Im freien primären Spiel findet es eine Raum, in dem es alles, was es innerlich bewegt, ausdrücken kann. Jede Spielhandlung, jede Spielgeste ist immer ein Dialog mit der Welt. Verstehe ich diese Sprache, die auch mir als Kind vertraut und zugänglich war, selber noch?  Was zeigt und sagt mir das Kind? Spielerisch tauchen wir selber wieder in Spielerlebnisse ein. Anhand von Spielgeschichten versuchen wir, die Tiefe des kindlichen Spiels besser zu verstehen.
Samstag 9. Mai, in Zürich
mehr Infos/Anmeldung

Alle andern Kursangebote findet ihr hier in der Kursübersicht
 

Veranstaltungen anderer Anbieter

 

Lehrerausbildung: private Hochschule geht neue Wege
Studium und Praxis zum gegenseitigen Nutzen verbinden – diese Idee steht hinter der «Hochschule für agile Bildung» (hfab), die demnächst ihren Betrieb aufnehmen und Lehrkräfte ausbilden will.
Auf diese Idee hätte man schon früher kommen sollen.
Anstatt angehende Lehrerinnen und Lehrer zuerst vier Jahre studieren zu lassen und dann in das kalte Wasser eines Klassenzimmers zu werfen, ist es sinnvoller, sie schon zu Beginn der Ausbildung mit Schülern arbeiten zu lassen.
weiterlesen?

 

Das Institut vertritt den Weg der Erziehung als Weg des Entdeckens!
Wie können Erziehende lernen, die jungen Kinder in ihrem Dasein zu lesen?
Sinnesbetonte, wahrnehmende Erziehung kann
begeistern!

Das Institut Elementarpädagogik bietet berufsbegleitend:

>Ausbildung zur SpielgruppenleiterIn

>Ausbildung zur Begleitungskunst für Eltern-Kind-Gruppen

>Aus- und Weiterbildung für Eltern, Tagesmütter

>Elternbildung und Coaching
Das InstEp arbeitet auf der Grundlage der Waldorfpädagogik.
Anmeldung und ausführliche Infos:
Bettina Mehrtens    www.institut-elementarpaedagogik.ch

 

Wie wollen wir zusammen leben?
Anregungen für ein liebevolles Miteinander als Voraussetzung für eine lebenswerte Zukunft

Öffentlicher Vortrag von Prof. Dr. Gerald Hüther anlässlich der Gründungsversammlung der Bewegung neue Kultur BNK.
mehr Infos/Anmeldung

Stellenausschreibung

Rudolf Steiner Schule Biel
Wir suchen

Für das Schuljahr 2020/2021
LEHRPERSON Oberstufe 30 - 40 %(Teilpensum)
für die künstlerischen Fächer
(Kunstgeschichte, Kunsthandwerk und bildnerisches Gestalten)

KLASSENLEHRPERSON MITTELSTUFE (Vollpensum, Start mit 6. Klasse)
mehr Infos

Ostergeschenk

Die Läden sind geschlossen. Doch man kann auch onine sinnvolle Geschenke kaufen.
Gerne weise ich hier wieder auf die schönen Puppen von Quewar hin:

in eigener Sache

Herzlichen Dank euch allen, die uns bereits als Mitglieder oder Gönner unterstützen. Genauso freue ich mich auf alle, die MenschenBildung unterstützenswert finden und neu einen Beitrag leisten.

Die aktuellen Tarife:

Normal Verdienende: Fr. 75.-
Gönnerinnen, Gönner und Institutionen: Fr. 150.-
Studierende: Fr. 40.-

Auch kleinere Spenden freuen uns sehr - grössere natürlich auch.
Alle Spenden und Beiträge gerne per E-Banking mit einem Vermerk des Zahlungszwecks auf das nachfolgende Konto überweisen:


MenschenBildung – Kindern begegnen

Blümlimattweg 23, 3600 Thun
CH31 0900 0000 8766 0517 5

 

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