Newsletter fpa 01/2019

DIGITALISIERUNG

Welchen Empfang bieten wir unseren Kindern?

SPEZIALNEWSLETTER zu den gut ignorierten und verdrängten Nebenwirkungen unserer Zeit


Liebe Leserinnen, liebe Leser

Dieser Newsletter ist anders. Ich verzichte hier auf unsere aktuellen Veranstaltungshineise und Infos zu verschiedenen pädagogischen Themen.
Ich widme diesen Newsletter ganz dem virtuellen Zeitalter und seinen Auswirkungen auf unsere Kinder - weil es dringend nötig ist da hinzuschauen und zu handeln.
Online-Sucht ist heute die häufigste Sucht unter Jugendlichen. Seit es Smartphones gibt ist in Deutschland die Krebsrate bei Kindern und Jugendlichen um um 25% gestiegen, bei ADHS sind es 40 %. Und was tun wir? Babies und Kleinkinder werden mit Filmchen ruhiggestellt und die Kindergärten und Schulen euphorisch digitalisiert.
Da mein Lebenswerk der artgerechten Kinderhaltung gilt, komme ich nicht darum herum, mich um dieses Thema zu kümmern. Auch zuhause, als Vater zweier Söhne, bin ich täglich damit konfrontiert. Cybermobbing beim Jüngeren in der 5. Klasse, tägliche Diskussionen mit dem Älteren (7.Klasse) dass er ein Smartphone haben will. Weshalb will/braucht er das Gerät? Ganz einfach weil es sonst auch (fast) alle haben. Der soziale Sog ist stark, wenn alle andern nur noch eine Hand frei haben und lässt uns als Eltern manchmal fast verzweifeln. Was wir unserem Sohn aber bieten ist nicht das Smartphone, sondern tägliche Auseinandersetzung - unendliche Diskussionen um all die Smartphonemodelle, Apps, wozu es dient, was daran fasziniert und lockt. Gleichzeitig vermitteln wir ihm unsere Haltungen und Werte und erfüllten seinen Wunsch zu wissen, ab wann er welche Geräte haben darf. Wir versuchen, ihm zu bieten, was immer unsere Aufgabe als Erwachsene gegenüber Kindern ist: Beziehung und Orientierung.

Orientierung möchte ich euch auch mit diesem Newsletter bieten. Ich habe in den letzten Jahren und Wochen sehr viel Arbeit (viel davon am Computer) investiert um zusammenzutragen, was hier folgt. Ich fühle mich als Rufer in der Wüste der weiss, dass du vielleicht schon mit dem nächsten Klick weg und ganz woanders bist. Ich hoffe aber, dass ich hier Einige von euch mit dem nötigen Wissen rüste und zum Handeln bringe: Bei dir selber, den eigenen Kindern oder an der Schule.
Wir leben in einer Zeit in der die Dringlichkeit aktiv zu werden laufend wächst, wir aber unseren Kontakt zur Umwelt und den Auswirkungen unseres Tuns immer mehr verlieren. Die Digitalisierung wird uns oft als neue Epoche nach dem fossilen Zeitalter verkauft. Es ist aber leider so, dass unser Bedarf an fossiler Energie weiterhin rasant zunimmt. Wir nehmen auf den Touchscreens einfach nicht mehr wahr, was unsere Wischerei in der Welt bewirkt. Wir fügen uns im Konsumrausch freiwillig der totalen Überwachung und opfern damit auch unsere Demokratie und Freiheit (s. Buchtipp "Die smarte Diktatur" von Harald Welzer weiter unten). Das ist nicht die Wende, das W ist überzählig wenn wir so weitermachen.
Es wird Zeit es der Klimabewegung der Jugendlichen gleich zu tun. Nehmt nicht mehr hin wie es hier halt nun ist und läuft. Übernehmt Verantwortung, bietet den Kindern Auseinandersetzung und Orientierung, aber vorallem:
Seid ein Vorbild, das für seine Überzeugungen einsteht und für das eigene Tun und seine Folgen Verantwortung übernimmt!

Die folgende Sammlung soll euch dafür rüsten aktiv zu werden - um euch selber zu informieren und eure Schulleitung, KollegInnen oder Eltern der Klasse von eurer eigenen Haltung zu überzeugen. Ich versuche, euch möglichst viele Impulse und Argumente zu liefern. Gerne kannst du den Newsletter weiterleiten. Verbreite einfach diesen Link per Mail, auf Facebook oder wo auch immer: NewsletterDigitalisierung FPA

Achtung:
Es ist ein fetter, langer Newsletter. Scrollt ihn erst mal durch, lest gezielt was euch dient und interessiert. Falls  ihr alle Links verfolgen und lesen wolltet müsstet ihr euch einige Stunden Zeit nehmen...

Ich hoffe ich kann mit diesem Material möglichst viele von euch darin bestärken, das wirkliche (Schul-)Leben nicht durch immer mehr Bildschirmzeit verdrängen zu lassen. Im Interesse unserer Kinder und uns selbst.

Herzlich,



Lesens-/sehenswert

 

In unseren vergangenen Newslettern konntet Ihr ab 2013 Beiträge zur Digitalisierung lesen, 2015 verfasste ich dann einen ersten Newsletter zu diesem Thema: Newsletter 02/2015 lesen .
Mich beschäftigt seit Jahren die Tatsache, dass das digitale Zeitalter vorallem euphorisch verkündet und daneben einfach als unabänderliche Zeiterscheinung, die man zu akzeptieren hat, hingenommen wird. Die Auswirkungen in allen Lebensbereichen sind massiv.
Was wir oft vergessen: Kinder brauchen um sich gesund zu entwickeln echte Beziehungen und wirkliche Erfahrungen in der wirklichen Welt.
Was ich damit meine könnt ihr im folgenden Text lesen:

„Stell dir vor ein Kind kommt zur Welt und es ist niemand zuhause“ - Welchen Empfang bieten wir unseren Kindern?
Nicht die trotzigen Kinder sind die kleinen Tyrannen in unserem Alltag. Es sind die Smartphones, Tablets & Notebooks. Sie ziehen immer mehr Menschen dauerhaft in ihren Bann und zerstören unsere Beziehungen und Gemeinschaften. Kinder bräuchten aber unsere ungeteilte Aufmerksamkeit und vielfältige Erfahrungen fern aller Bildschirme. Denn wie wir sie bei ihrer Ankunft auf unserer Welt empfangen und begleiten, prägt sie fürs ganze Leben.
weiterlesen?

Im Zusammenhang mit Erziehung und Schule werden zum Thema Digitalisierung zwei wesentliche Dinge ignoriert:

  • Zuviel Bildschirmzeit tut auch Erwachsenen nicht gut. Bei Kindern aber führt es in vielerlei Hinsicht zu bleibenden Entwicklungsschäden.
  • Ein fataler Irrtum ist der, dass die Wissensvermittlung als Aufgabe der Schule entfalle, weil ja nun jeder das gesamte Weltwissen jederzeit abrufen könne. Das Internet kann uns aber kein Wissen vermitteln, es kann nur Information speichern und liefern. Wer ohne Vorwissen bzw. Grundbildung zu einem Thema googelt, kann die Treffer nirgends einordnen und in keinen sinnvollen Zusammenhang stellen. Wenn wir unser Wissen aus den Köpfen ins Netz verschieben werden wir alles andere als schlauer und in höchstem Mass manipulierbar.

Also liebe Lehrerinnen und Lehrer, kämpft für euren traditionellen Bildungsauftrag!

Eltern sollten , bevor sie ihre Kinder mit Smartphones und Tablets ausrüsten, bedenken dass:

  • Diese Geräte der häufigste Streitgrund zwischen Eltern und ihren Kindern sind
  • Die schulischen Leistungen und die Lebenszufriedenheit entsprechend der Nutzungsdauer der Geräte sinken werden.
  • Uns die Wissenschaft warnt, das Suchtpotenzial von Smartphones entspreche dem harter Drogen oder Süssigkeiten. Es würde keinem Erwachsenen einfallen, Kindern einen massvollen Umgang mit Drogen oder Süssigkeiten beibringen zu wollen und ihnen gleichzeitig das Zimmer damit zu füllen. Dass uns der massvolle Umgang mit Zucker nicht gelingt zeigt die Tatsache, dass in den USA und Grossbritannien bereits 1/3 der Bevölkerung übergewichtig ist.

Dass die Entwicklung bei den Online-Medien ebenso beunruhigend ist zeigt die Sammlung der nachfolgenden Beiträge:

Trojaner aus Berlin: Der„Digitalpakt#D“
Im Oktober 2016 hat Bundesbildungsministerin Johanna Wanka einen Digitalpakt angekündigt. 40.000 Schulen in Deutschland sollen in den nächsten fünf Jahren mit Computern und WLAN ausgestattet werden. Der Bund stelle dafür bis 2021 fünf Milliarden Euro zur Verfügung. Was positiv klingt – 5 Milliarden Euro für Schulen – erweist sich als trojanisches Pferd.
weiterlesen?

Keine Strategie, sondern Ideologie
Offener Brief an die Kultusminister kritisiert digitale Irrwege in der Bildungspolitik
Ein weiterer Schritt in eine inhumane Zukunft: Die Kultusminister der Länder haben am 01.06.2017 beschlossen, in den Schulen den „Digitalpakt#D“ der Bundesregierung umzusetzen. Ziel ist es, ein Stück vom Fünf-Milliarden-Kuchen zu bekommen, den die Bundesregierung in Aussicht gestellt hat. Mit diesem Geld will Berlin 2018 bis 2022 die IT-Infrastruktur in Schulen ausbauen. Warum wir das für falsch halten? Das lesen Sie in einem offenen Brief an die Kultusminister, geschrieben von Bildungspraktikern, die das „Bündnis für humane Bildung“ ins Leben gerufen haben. Schließen Sie sich uns an! Unterschreiben Sie den Brief ebenfalls!
weiterlesen und mitunterzeichnen 

Technologie in unseren Schulen schadet mehr, als sie nützt (Torsten Engelbrecht, 7.7.2017)
Interview mit Ralf Lankau, Professor für Mediengestaltung und Medientheorie an der Hochschule Offenburg, über die Petition "Schulpakt Digital ist ein Irrweg der Bildungspolitik - denn Digitaltechnik an Schulen schadet mehr, als sie nützt".
Interview lesen?


Hollands Digital-Schulen waren ein Flop: Was Deutschland aus den Fehlern lernen kann
(Petra Apfel, FOCUS online, 10.10.2018)
Deutschland hat ein Digitalisierungs-Problem an seinen Schulen: fehlende Internet-Anschlüsse, instabiles Netz, zu wenige Computer. Die Niederländer sind beim Thema digitales Lernen viel weiter. Es gibt sogar Schulen, die ganz auf Bücher verzichten und nur aufs iPad für die Schüler setzen. FOCUS Online-Reporterin Petra Apfel hat festgestellt, dass es nicht funktioniert.
weiterlesen?

Elterinitiative Schule
-Bildung-Zukunft, Stuttgart, 9.2.2019
Was macht die geplante digitale Schulreform mit unseren Kindern?   Von Peter Hensinger,M.A.
Es ist tatsächlich das Topthema in der Politik: die digitale Transformation der Gesellschaft. Sie müsse schnell kommen, lesen wir überall, insbesondere die Smart City. Sonst hängeDeutschland ab. Digitalminister werden eingesetzt, die Bundesregierung beruft einen Digitalrat, veranstaltet Kongresse zur digitalen Bildung. Ein Erscheinungsbild der Digitalisierung können wir auf Schritt und Tritt beobachten: ob im Zug, in der S-Bahn oder auf der Straße: gebückt schweigende Menschen, die auf ihr Smartphone starren. Und sie nutzen es vom Aufstehen bis zum Schlafengehen. In der JIM -Jugendstudie zur Mediennutzung von 1998 gab es noch kein Kapitel zu Handys. Heute ist es in der Studie ein Hauptthema. 2011 hatten 26% der Jugendlichen ein Smartphone, 2016 sind es schon 92 % (MPFS, JIM, 2016, S. 46). Die Veränderungen in der Gesellschaft sind enorm: das Kommunikationsverhalten hat sich völlig verändert, verändert hat sich die Werbung, neue Überwachungsmöglichkeiten heben die Privatsphäre auf, das Verhältnis der Menschen zur Natur ändert sich durch die Virtualisierung. Der Bildungsbegriff wird mit "Digitaler Bildung" neu definiert, eine neue Sucht, die Internetsucht, ist entstanden, und mit dem Elektrosmog haben wir einen neuen medizinischen Risikofaktor.
weiterlesen?

Derweil wir hier euphorisch die Schule digitalisieren machte sich in den USA mancherorts schon vor Jahren Ernücherung breit:

Der Laptop-Flop  (Elmar Jung, Süddeutsche Zeitung, 21.5.2010 (!))
Lernen Kinder wirklich durch digitale Medien? In den USA mehren sich Zweifel daran. Einige Schulen haben Computer wieder aus den Klassenzimmern verbannt.
Mark Warschauer hat es momentan nicht gerade einfach. Eigentlich ist es der Pädagogik-Professor an der University of California in Irvine nicht gewohnt, dass ihm ein derart scharfer Wind ins Gesicht bläst. Die Arbeit mit Computern fördere die Kreativität und Selbstständigkeit von Jugendlichen, hatte Warschauer immer wieder gepredigt und das in seinem 2006 erschienenen Buch Laptops and Literacy: Learning in the Wireless Classroom auch niedergeschrieben.
Bisher fanden das alle immer gut. Allen voran die amerikanische Regierung, die in den vergangenen Jahren Milliarden in die flächendeckende Ausrüstung von Schulen mit Computern und Laptops gesteckt hatte.
Seit einiger Zeit jedoch ist ausgerechnet im Land der Bits und Bytes eine Kehrtwende in Sachen digitale Erziehung zu beobachten. Manche Schulen nehmen den Teenagern die Laptops wieder weg - auch weil die Schüler damit lieber auf Seiten pornografischen Inhalts im Internet surfen, statt ihre Hausaufgaben zu erledigen.
weiterlesen?

Menschen statt Computer – die verblüffende Trendwende an Schulen im Silicon Valley  (Patrik Müller, Aargauer Zeitung 31.10.2018)
In der Schweiz werden Schulen mit Tablets aufgerüstet und Programmierunterricht ab der 1. Klasse gefordert. In den USA schwingt das Pendel neuerdings in die andere Richtung: Gut situierte Familien schicken ihre Kinder in bildschirm-freie Schulen. In der Bildungspolitik zeichnet sich gerade eine ziemlich spektakuläre Wende ab. Erste Vorboten sieht man, wo könnte es anders sein, in den USA, genauer im Silicon Valley. Und wie so viele Trends, die von dort kommen, dürfte auch dieser mit der üblichen Verzögerung Europa und die Schweiz erreichen. Oft klingt diese Aussicht wie eine Drohung – diesmal aber eher wie eine Verheissung.
weiterlesen?

„Smartphone-Epidemie“ – Kurzsichtigkeit, IQ-Verlust, Notenverschlechterung – Manfred Spitzer warnt dringend vor einer weiteren Digitalisierung von Kindergärten, Schulen und sonstigen Lernorten (Talk mit Manfred Spitzer an der Frankfurter Buchmesse, 15.10.2018)
Manfred Spitzer warnt auf der diesjährigen Buchmesse beim Talk mit Bärbel Schäfer im ARD-Forum dringend vor einer weiteren Digitalisierung von Lernmedien und unkontrolliertem Smartphone-Konsum bis zum 25. Lebensjahr. weiterlesen? 

Die Handschrift ist der Weg in unser Gedächtnis - Keine Smartphones und Tablets in Kinderhand
Interview mit Prof. Dr. med. Dr. phil. Manfred Spitzer
„Wenn Kinder nur noch wischen, endet ihre Karriere als Putzfachkraft“
Interview sehen und hören

Unsere Computersucht: Epiphanie für jedermann (von Hannelore Schlaffer, NZZ  14.2.2014)
Über die Computersucht ist schon viel nachgedacht worden – meist wird sie auf Inhalte wie Fun und Sex, Gewalt und Games zurückgeführt. Dass es das Licht von hinten ist, das uns derart fasziniert, ist ein neuer Gedanke. Er findet Halt in einer uralten ikonografischen Tradition.
weiterlesen?

Handywahn im Gebärsaal   (Tagesanzeiger, 1.6.2017, von Carmen Roshard)
Die überbordende Nutzung des Smartphones rund um die Geburt gerät zunehmend zur Belastung. Fachleute warnen vor den Folgen für die Entwicklung Neugeborener
Die Frau liegt in den Wehen, das Kind kommt bald, im Gebärsaal ist alles bereit für den Empfang des neuen Erdenbürgers. Auch das Smartphone. Wenn es losgeht, glaubt man sich in einem Doku­mentarstreifen, der werdende Vater filmt von allen Seiten, steht überall im Weg, sodass die Hebamme ihre Arbeit kaum verrichten kann. Ist das Kind da, wird bald auch das Handy der Mutter ak­tiviert. Bei der Hälfte der frischgebacke­nen Mütter, sagt eine erfahrene Heb­amme, kommt schon nach zehn bis fünf­zehn Minuten das Smartphone ins Spiel.
weiterlesen?

Ein für Kinder und Jugendliche sehr schwieriger Aspekt der neuen Medien ist der Verlust der Intimsphäre - Überwachung statt Beziehung...
Dass die neue, sprechende Barbie nur einer von vielen solcher Auswüchse ist erfahrt ihr im folgenden Text:

Barbie schneidet Kindergespräche mit (Peter Praschl, Tagesanzeiger 5.5.15)
War es das jetzt mit der unbeschwerten Kindheit? Die neue Barbie hat ein Mikrofon im Kopf. Der Spielzeughersteller Mattel schickt den Eltern jede Woche eine Audiodatei.
Mattel weiss, wovon Kinder träumen: «Immer wieder haben wir zu hören bekommen, wie gerne sich Mädchen mit ihrer Barbie unterhalten würden.» Deswegen bringt das Unternehmen im Herbst, rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft, in den USA die Hello Barbie auf den Markt. Alles, was man in ihr Mikrofon spricht, wird per WLAN auf eine Datenbank in der Cloud geladen.
weiterlesen?

Smartphones haben auf der Familieninsel nichts zu suchen!
Erziehungsguru Jesper Juul hat lange geschwiegen zum Umgang mit Smartphones und Tablets in Familien. Jetzt aber äussert er sich sehr eindeutig zu diesem Thema. Und gibt zudem konkrete Tipps, wie man Mediennutzung so gestalten kann, dass «die Herzen nicht verhungern».
Text von Jesper Juul lesen

Digitaler Dauerkonsum – Sorge um eine ganze Generation (Morgenpost, Caroline Rosales, 5.11.2017)

Kinder und Jugendliche werden immer öfter psychisch krank. Forscher sorgen sich um die digitale Generation. Zu Recht?
Berlin. Wenn der fünfjährige Emmanuel sonntagmorgens aufsteht, hat er – noch im Pyjama – nur ein Ziel. Das kuschelige Bett seiner Eltern ist es allerdings nicht. Emmanuel, der mit seiner Familie in Hamburg lebt, geht auf Zehenspitzen, greift auf dem Bücherregal nach dem iPad seines Vaters, tippt den vierstelligen Code zum Entsperren des Geräts ein, macht sich „Feuerwehrmann Sam“ an und setzt sich dann für Stunden auf die Couch.
weiterlesen?

Orwell 3.0 – Digitalisierung bezweckt die Manipulation und Unterwerfung unserer Gedanken und Gefühle (Matthias Burchardt, 21.3.2018)
„Digitalisierung“ wird uns auf allen Kanälen aufgedrängt. Man kann das Thema jedoch nicht seriös diskutieren, ohne seine politischen und gesamtwirtschaftlichen Aspekte zu berücksichtigen. Neue Software, wie sie zum Beispiel im Schulunterricht eingesetzt wird, sammelt nicht nur Daten über den menschlichen Geist — sie wirkt auch verformend und disziplinierend auf diesen zurück. Der Mensch gibt die Kontrolle über sein Leben mutwillig an undurchschaubare Algorithmen ab. Bald herrscht, wie in einigen Science-Fiction-Filmen, die Maschine über den Menschen, und der genormte Konsumbürger wird nach den Bedürfnissen der Wirtschaft zurechtgeknetet. Ein Kassandra-Ruf.
weiterlesen?

Franziska Auch aus Biel hat den nachfolgenden engagierten Text verfasst und ihn mir, zusammen mit einigen andern Hinweisen, zukommen lassen. Sie hat mich unter anderem zum verfassen dieses Newsletters angeregt. Danke!

Der Freiheit ins Netz gegangen?
Was ist eigentlich ein Netz? Ein Verknüpfnis von Fäden, mit dem Lebewesen
oder Dinge eingefangen oder zurückgehalten werden. Je dichter die Vernetzung, desto grösser die Verdichtung – wird irgendwann dicht gemacht?
weiterlesen?

Krankheit Onlinesucht
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im Juni 2018 die Online-Spielsucht als eigenständige Krankheit gemäss dem Katalog der Krankheiten (ICD-11) anerkannt. Somit wurde exzessives Online-Spielen mit anderen Suchtkrankheiten wie Glücksspielsucht gleichgesetzt.
weiterlesen beim Fachverband Sucht ?


Ablenkung im Straßenverkehr - Die unterschätzte Gefahr
Stand der Forschung und Ergebnisse einer Repräsentativbefragungvon Autofahrern in Österreich, der Schweiz und Deutschland
SMS schreiben und lesen und E-Mails verfassen und sichten sind unter österreichischen, schweizerischen und deutschen Autofahrern nichts Unbekanntes, kommt es doch immerhin bei einem Drittel vor. 20 Prozent aller Besitzer entsprechend tauglicher Geräte schreiben auch beim Fahren Nachrichten, 30 Prozent der Nutzer lesen ihre einkommenden Nachrichten auch beim Fahren. Innerhalb der jungen Fahrer gestehen das in der Tat sogar 40 Prozent ein.
Forschungsbericht lesen? 

Zu den Auswirkungen hochfrequenter Strahlung auf uns und unsere Welt

Der heilige 5Gral (Christoph Pfluger, Zeitpunkt, 16.2.2019)
Ein Strahlen-Tsunami ist im Anzug. Die totale Vernetzung braucht ein Mobilfunknetz, das 100-mal mehr Daten 33-mal schneller transportiert. Die Gesundheitsrisiken sind erheblich.
weiterlesen?

INTERNATIONALER APPELL: Stopp von 5G auf der Erde und im Weltraum
An  die  Vereinten  Nationen  (UNO),  die  Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Europäische Union (EU), den Europarat und die Regierungen aller Nationen

Wir,  die  unterzeichnenden  Wissenschaftler, Ärzte,Umweltschutzorganisationen und  Bürgeraus () Ländern, sprechen uns dringend für einen sofortigen Stopp des Ausbaus und Einsatzes des 5G Funknetzwerks (Internet der fünften Generation) aus, darin eingeschlossen auch der Einsatz von 5G   Sendeanlagen   auf   Weltraumsatelliten.   Der   Einsatz   von   5G   wird   eine   massiv   erhöhte Einwirkung hochfrequenter Strahlung (HF) auf den Menschen zur Folge haben, zusätzlich zu den bereits jetzt genutzten 2G-, 3G-und 4G-Telekommunikations-Netzwerken. Die gesundheitsschädigende   Wirkung   von Hochfrequenzstrahlung   auf   Mensch   und   Umwelt   ist bewiesen. Die Anwendung von 5G stellt ein Experiment an der Menschheit und der Umwelt dar, was durch internationales Recht als Verbrechen definiert ist.
Ganzer Appell lesen und unterzeichnen

Beunruhigener Filmtipp:

  Regie: Klaus Scheidsteger 2015

„Too big to fail“: Mobiltelefonie hat sich weltweit in kürzester Zeit als unersetzliche Kommunikationstechnologie durchgesetzt. Ist es möglich, dass sie trotz ihrer rasanten Verbreitung krebserregend ist?
THANK YOU FOR CALLING geht nicht nur ernsthaften Hinweisen auf mögliche Gesundheitsrisiken nach, sondern vor allem der Frage, warum diese Forschung bisher kaum in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen ist. Anhand von Fakten, Insidern und spannenden Protagonisten rekonstruiert der Film eine groß angelegte Verschleierungstaktik der Mobilfunkindustrie. Es wird ein Kampf von David gegen Goliath.
mehr Infos zum Film

Von wegen David gegen Goliath: Der Film kam in der Schweiz nicht in die Kinos. Könnte es daran liegen, dass KITAG, die grösste Kinobetreiberin der Schweiz, zu 75% Swisscom gehört ?
Film als DVD bestellen

Aktueller Forschungsstand
In den USA wurden am 27.05.2016 die ersten Teil-Ergebnisse der Studie des National Toxicology  Program (NTP), der bisher umfassendsten Tierstudie (Ratten) zu nicht-ionisierender Strahlung und Krebs, vorgestellt (Wyde et al. (2016)). Sie wurde von der Regierung der USA mit 25 Mio Dollar finanziert. Das Ergebnis der NTP-Studie: Mobilfunkstrahlung kann zu Tumoren führen. In der bestrahlten Gruppe der männlichen Ratten wurden Tumore (Schwannom, Gliom) gefunden, bei einer zusätzlichen Anzahl von Ratten präkanzerogene Zellveränderungen (Hyperplasie von Gliazellen). In der Kontrollgruppe entwickelten sich keine Tumore.
Auf fast keinem Gebiet ist die Studienlage so umfangreich und eindeutig wie zur Schädigung der Reproduktionsorgane
(Hoden, Spermien, Eierstöcke, Embryo). 130 Studien (Stand Februar 2016) liegen vor: 57 zu den männlichen Organen, 73 zu den weiblichen. 13 systematische Überblicksstudien (Reviews) kommen zu dem Schluss, dass ein hohes Gefährdungspotential vorliegt.
weiterlesen?

Der Verein Schutz vor Strahlung Schweiz fordert einen Schutz für Kleinkinder vor hochfrequenter Strahlung in Innenräumen.
Hochfrequente Strahlung wird im Wohnbereich überwiegend von WLAN und DECT-Telefonen verursacht. Industrieunabhängige Studien belegen, dass hochfrequente Strahlenbelastung ein Gesundheitsrisiko darstellt. Vor allem für Kleinkinder im Wachstum.

die Petition zum selben Anliegen auf EU-Ebene:
Bürgerbewegung für „Humane Bildung“

Wahlmöglichkeiten in Gefahr! Für ein Recht auf bildschirmfreie Kitas, Kindergärten und Grundschulen - Petition an die Bildungsverantwortlichen in der EU und ihren Mitgliedstaaten
Unsere Forderung: Lehrer, Erzieher und Eltern müssen selbst entscheiden können, bis zu welchem Alter Bildungseinrichtungen bildschirmfrei sind. Erzieherinnen und Erzieher und Lehrkräfte müssen selbst wählen können, mit welchen Medien sie arbeiten und unterrichten, ob und wann sie digitale Medien als Hilfsmittel einsetzen. Dazu brauchen wir ein Recht auf bildschirmfreie Kitas, Kindergärten und Grundschulen. Die Bildungspolitik tut gut daran, sich von der Fixierung auf flächendeckende Digitaltechnik zu lösen und kreative Alternativen zuzulassen, deren Vertreter sich primär den Kindern und ihren realweltlichen Lern- und Bildungserfahrungen zuwenden dürfen.
Petition lesen und unterzeichnen

Ärztearbeitskreis Digitale Medien Stuttgart, den 01.10.2014
Offener Brief an die baden - württembergische Sozialministerin Altpeter und Kultusminister Stoch Betr.: WLAN und digitale Endgeräte (SmartPhones, Tablet PCs) an Schulen
hier nur ein kurzer Ausschnitt:
„…Auswirkungen elektromagnetischer WLAN-Felder auf den Menschen

In seinem Vortrag referierte Dr. Klaus Scheler über die Forschungslage zu den Auswirkungen elektromagnetischer WLAN-Felder (bei 2400 MHz) auf den Menschen, besonders aber auf Kinder und Jugendliche. Die Forschungslage ist hier eindeutig: Weit unterhalb der Grenzwerte, bei Belastungen im Normalbetrieb, liegen Erkenntnisse aus mehr als 40 in seriösen Fachzeitschriften veröffentlichten Arbeiten vor, die nachweisen, dass die Belastung zu Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, ADHS, Spermienschädigungen bis hin zu DNA-Strangbrüchen und damit zu Krebs führen kann. Auch in der Burn-Out-Forschung wird zunehmend ein Zusammenhang mit der Belastung durch die nichtionisierende Strahlung gesehen, v.a. über die Auslösung von oxidativem Zellstress. Es liegen in der Literatur Berichte vor, dass über 70 Studien diesen Wirkmechanismus beschreiben. …“
offener Brief ganz lesen

Handy & WLAN - wie krank machen sie uns wirklich?
Interview mit dem Raumfahrtsmediziner Prof. Dr. Dr. med. Enrico Edinger (Welt im Wandel TV, 20.9.2016)
Interview ansehen


Elektrosmog im Auto und in Elektroautos
Immer mehr Menschen klagen über Kopfschmerzen beim Autofahren. Wer den Newsletter bis hier gelesen hat wird nicht überrascht sein, dass der Elektrosmog in neuen Autos und leider speziell in Elektroautos bedenklich ist.
TV Beitrag RTL dazu ansehen

 

Buch und Filmtipps

Eine Sammlung lesenswerter Texte zu neuen Medien findet ihr auf unserer Informationsplattform
In unserem Online-Shop findet ihr unsere Buchtipps zu den neuen Medien

Hier im Newsletter liste ich euch einige aktuelle Hinweise auf:

Ralf Lankau

Kein Mensch lernt digital - Über den sinnvollen Einsatz neuer Medien im Unterricht
Die IT-Industrie hat die Bildung als Geschäftsfeld seit vielen Jahren auf der Agenda. Wirtschaftsverbände und IT-Vertreter fordern unisono, Digitaltechnik und Programmiersprachen schon in der Grundschule zu unterrichten, damit die Schülerinnen und Schüler für die digitale Zukunft gerüstet seien. Dabei ist der Nutzen digitaler Medien im Unterricht nach wie vor fragwürdig.
Ralf Lankau entlarvt in diesem Buch die wirtschaftlichen Interessen der IT-Branche und ihrer Lobbyisten. Dabei geht er sowohl auf die wissenschaftlichen Grundlagen (Kybernetik, Behaviorismus) als auch auf die technischen Rahmenbedingungen von Netzen und Cloud-Computing ein, bevor er konkrete Vorschläge für einen reflektierten und verantwortungsvollen Umgang mit Digitaltechnik im Unterricht skizziert.
Die These des Autors lautet: Wir müssen uns auf unsere pädagogische Aufgabe besinnen und (digitale) Medien wieder zu dem machen, was sie im strukturierten Präsenzunterricht sind: didaktische Hilfsmittel.
mehr Infos/Buch bestellen

Diese Broschüre erschien 2017, ist sehr gefragt und wird gerade ins englische und russische übersetzt. Sie ist eine Pflichtlektüre für alle, die mit Kindern zu tun haben und digitale Geräte besitzen:

Maria Luisa Nüesch (Hrsg.)
Digitale Medien als Spielverderber für Babys
Die digitalen Medien sind heute allgegenwärtig. Sie machen unser Leben hektischer und trotz des „ständig-erreichbar-Seins“  ist ein wachsender Beziehungsverlust zu beobachten. Beziehung aber ist die zentrale Grundlage für das Leben der Babys. Gelingt es noch, für sie Räume der Ruhe, der Verlangsamung, des Respekts zu schaffen? Gelingt es noch, für sie ganz ungestört präsent zu sein ohne Ablenkung durch diverse Mattscheiben? Welche Auswirkungen haben die digitalen Medien sowohl seelisch als auch körperlich auf unsere Babys?
Die Stimmen der Fachleute in dieser Broschüre sind ein eindringliches Plädoyer für mehr „analog gelebtes Leben“.
Mehr Infos/Broschüre bestellen


Dr. Michaela Glöckner, Prof. Dr. Erwin Hübner u.a

Eine Orientierungshilfe für Eltern und alle, die Kinder und Jugendliche begleiten
Dieser Leitfaden klärt über Gefahren und Risiken der neuen Medien für Kinder und Jugendliche auf.

Viele Beobachtungen und Studien von Experten zeigen, dass der zu frühe Kontakt von Kindern und Jugendlichen mit den neuen Medien mit erheblichen Risiken für ihre Entwicklung und ihre Gesundheit verbunden ist. Wir wissen heute: Erst wenn das Kind seine biologisch notwendigen Entwicklungsschritte in den verschiedenen Lebensabschnitten gut bewältigt hat, kann es die Fähigkeit zu einem kompetenten und selbstbestimmten Medienumgang entwickeln. Dazu nimmt der Leitfaden die übergeordnete Fragestellung auf, was Kinder bzw. Jugendliche für ihre gesunde Entwicklung in verschiedenen Entwicklungsphasen brauchen. Ziel des Leitfadens ist es einerseits, über Gefahren und Risiken der neuen Medien aufzuklären. Hierzu informiert er über folgende Aspekte: Kommunikationsverhalten, das Suchtpotential, der Schutz der Privatsphäre, jugendgefährdende Seiten im Netz, Haftungsfragen und die Gesundheitsbeein-trächtigung durch die Dauerbestrahlung bei Mobilfunkanwendungen. Andererseits zeigt der Leitfaden Schutzmaßnahmen und Handlungsmöglichkeiten auf, um Gefahren zu vermeiden oder ihnen angemessen begegnen zu können.
mehr Infos/Buch bestellen

Bert te Wildt
Digital Junkies - Internetabhängigkeit und ihre Folgen für uns und unsere Kinder


Cybersex, Online-Spiele, Social Media: Als Ersatz für unerfüllte Wünsche und unerreichte Ziele ist das Internet der Nährboden für eine neue Verhaltenssucht. Immer mehr verzweifelte Jugendliche und Erwachsene kommen in die Medienambulanz von Bert te Wildt. Sie alle weisen Anzeichen schwerer Abhängigkeit auf und stehen oftmals vor den Trümmern ihrer Existenz. Am häufigsten sind sie online-spielsüchtig. Bis zu 16 Stunden am Tag spielen sie ohne Unterbrechung. Sie vernachlässigen die Schule oder den Arbeitsplatz, haben kaum noch Freunde, im besten Fall aber alarmierte Eltern. Andere sind cybersexsüchtig, immer auf der Suche nach dem ultimativen Kick. Wiederum andere verlieren sich in Chats und Foren, um sich über ihre Einsamkeit hinwegzutrösten.Internetabhängigkeit führt in der Regel zu emotionaler und sozialer Verarmung. Sie geht meistens mit Depressionen einher, im schlimmsten Fall kommt es sogar zum Suizid.PD. Dr. med. Bert te Wildt leitet als Oberarzt die Ambulanz der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie in  Bochum und ist weit davon entfernt, das Internet zu verteufeln. Ihm geht es um eine kritische Begleitung und achtsame Gestaltung der digitalen Revolution. Te Wildt erklärt die Risikofaktoren dieser sich rasch ausbreitenden Krankheit. Wie können wir sie eingrenzen, wenn das Suchtmittel ständig präsent ist? Erziehen wir unsere Kinder richtig, wenn wir sie so früh wie möglich vor Bildschirmmedien setzen, noch bevor sie ihren Platz in der realen Welt finden und ihre Talente entfalten können? Indem er zahlreiche pädagogische und politische Präventionsmaßnahmen aufzeigt, erklärt uns Bert te Wildt, wie wir uns und unsere Kinder vor Internetabhängigkeit schützen können.
mehr Infos/Buch bestellen

Die Smartphone-Epidemie - Gefahren für Gesundheit, Bildung und Gesellschaft
Das Smartphone hat das Leben von vier Milliarden Menschen auf dieser Erde in den letzten zehn Jahren massiv verändert. Viele sehen die positiven Seiten, wenige machen sich Gedanken um die negativen Auswirkungen für unser Denken, Fühlen und Handeln, unsere Gesundheit und unsere Gesellschaft. Es wird höchste Zeit, dem Hype durch Fakten zu begegnen. In den letzten zehn Jahren hat das Smartphone die Welt mit enormer Geschwindigkeit erobert und den Alltag für seine vier Milliarden Nutzer verändert wie keine technische Neuerung zuvor. Von morgens bis abends, bei der Arbeit und im Privatleben: ohne Smartphone scheint einfach nichts mehr zu gehen. Über die gesundheitlichen Folgen machen sich mittlerweile sogar Investoren und Unternehmer Gedanken. Der Chef von Apple empfiehlt, Smartphones nicht in Schulen zu verwenden, der französische Präsident verbietet sie dort ganz und Süd-Korea hat seit Jahren Gesetze zum Schutz der Jugend vor den schlimmsten Folgen der Handynutzung. Smartphones schaden der Gesundheit, der Bildung und der Gesellschaft insgesamt! Wann wachen wir endlich auf?

mehr Infos/Buch bestellen

Die smarte Diktatur - Der Angriff auf unsere Freiheit
Nach seinem Bestseller »Selbst denken« analysiert Harald Welzer in »Die smarte Diktatur. Der Angriff auf unsere Freiheit«, wie die scheinbar unverbundenen Themen von Big Data über Digitalisierung, Personalisierung, Internet der Dinge, Drohnen bis Klimawandel zusammenhängen. Daraus folgt: Zuschauen ist keine Haltung. Es ist höchste Zeit für Gegenwehr, wenn man die Freiheit erhalten will!
mehr Infos/Buch bestellen 

Was tun? Beispiele und Anregungen

Nachahmenswert ist die Haltung der Waldorfpädagogik, die sich ja auch ganz grundsätzlich an der Entwicklung der Kinder orientiert: Um medienmündig zu werden müssen sich die Kinder erst mal gesund entwickeln können - und das geschieht nicht vor dem Bildschirm:

Erst die analoge, dann die digitale Welt (Pressemitteilung 16.11.2018,  Internationale Konferenz der waldorfpädagogischen Bewegung, 15. bis 18. November 2018, am Goetheanum)
Internationale Konferenz der waldorfpädagogischen Bewegung
setzt sich für eine entwicklungsorientierte Medienpädagogik ein

Digitale Technologien haben ein faszinierendes Potenzial. Zu ihnen gehören gleichzeitig Missbrauch durch Mobbing oder Phishing sowie Risiken wie Suchtverhalten. Die waldorfpädagogische Bewegung setzt sich für eine Medienpädagogik ein, die Kinder und Jugendliche schrittweise für die digitale Welt reif macht.
Bis der Mensch Fähigkeiten erworben hat, braucht es Zeit. Je gründlicher er dabei vorgeht, desto stabiler ist er in seiner Persönlichkeit und desto sicherer im Handhaben seiner Fertigkeiten. Durch Einsatz von Werkzeugen erweitert sich sein Handlungsspielraum – je mächtiger diese sind, um so notwendiger ist ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit ihnen.
Die für die Verwendung digitaler Geräte notwendige kognitive Fähigkeit baut auf eine gesunde Hirnentwicklung. Diese vollzieht sich im Zusammenspiel mit vielseitigen Sinneserfahrungen und Erlebnissen. Ab dem zwölften Lebensjahr bildet sich der präfrontale Cortex aus, die Grundlage für Impulssteuerung und Urteilsbildung und damit für selbstbestimmtes und verantwortungsvolles Handeln.
weiterlesen?

Was heisst nun das konkret? Im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft der Rudolf Steinerschulen der Schweiz (ARGE) wurde vor einigen Jahren beschlossen, dass alle Schulen ein Medienkonzept erarbeiten sollten.
Zwei Beispiele:
Medienkonzept der Rudolf Steinerschule Zürich

Medienkonzept der Rudolf Steinerschule Berner Oberland

Frankreich:
Parlament beschließt Handyverbot an Schulen (Die Zeit Online, 30. Juli 2018)
In Frankreichs Schulen dürfen Schüler bis 15 Jahre ihre Handys nicht mehr auf dem Schulgelände oder auf Ausflügen benutzen. Vor allem Eltern kritisieren das Gesetz.
Das französische Parlament hat ein erweitertes Verbot von Handys in Schulen beschlossen. Es verbietet grundsätzlich, Mobiltelefone in allen Vor- und Grundschulen sowie in der Sekundarstufe I zu benutzen, wie der Radiosender France Info berichtete. Es betrifft Kinder und Schüler im Alter von drei bis 15 Jahren. Gymnasien haben die Möglichkeit, ebenfalls ein Handyverbot einzuführen, eine Pflicht besteht dort aber nicht.
weiterlesen?

An dieser Elterninitiative aus den USA könnten wir uns orientieren:
Wir ermutigen Eltern, bis zur achten Klasse mit dem Smartphone zu warten
zf. Die 2017 gegründete US-amerikanische Elterninitiative «Wait Until 8th» aus Texas hat sich mit folgendem Text an die Öffentlichkeit gewandt.
Das Versprechen «Wait Until 8th» (Warte bis zur achten Klasse) bestärkt Eltern darin, sich zusammenzuschliessen, um den Kindern nicht vor der achten Klasse ein Smartphone in die Hand zu geben. Indem man zusammensteht, verringert sich der Druck, den Kinder und Eltern gleichermassen empfinden, wonach Kinder ein Smartphone haben müssten.
Smartphones lenken ab und sind für Kinder potentiell gefährlich, sind aber in der Grund- und Mittelschule wegen des unrealistischen sozialen Drucks und der Erwartungen, eines haben zu müssen, weit verbreitet.
Diese Geräte verändern die Kindheit der Kinder schnell. Im Freien spielen, Zeit mit Freunden verbringen, Bücher lesen und mit der Familie zusammen sein findet viel seltener statt, um Raum zu schaffen für stundenlanges Snapchatten, um Fotos und Videos auf Instagram auszutauschen und sich ständig auf YouTube auf dem laufenden zu halten.
Die Eltern fühlen sich in diesem harten Kampf machtlos und brauchen Unterstützung durch die Gemeinschaft, um das Eindringen des Smartphones ins Klassenzimmer, ins soziale Umfeld und an den Familientisch zu verzögern. Schliessen wir uns zusammen, um mindestens bis zur achten Klasse zu warten, ehe Kinder ein Smartphone haben dürfen.
weiterlesen? 

Lasst die Kinder zurück in die Natur! (Markus Brauer, Stuttgarter Zeitung, 30. September 2016)
Im Matsch rumsauen, Staudämme bauen, in Erdlöcher klettern, nach vergrabenen „Schätzen“ suchen, im Wald nach „wilden Tieren“ und Gespenstern suchen. Das war früher Kindheit – und ist es für viele Kinder heute immer weniger.
weiterlesen?

Für alle die sich über die gezielten Werbebanner nerven oder keine Spuren mehr hinterlassen wollen im Netz gibt es eine Lösung:
ENIGMA-Box

Das Internet ist ein gefährlicher Ort geworden - Wir bauen unser eigenes
Mit der Enigmabox kriegst du ein wirksames Werkzeug zum Schutz der Privatsphäre in die Hände. Mit der Enigmabox surfst du sicher. Dein gesamter Internetverkehr wird verschlüsselt.
Du erhältst Zugang zu einem privaten, abhörsicheren Netz.
Dort kannst du vertraulich mit anderen kommunizieren und Dateien austauschen.
mehr Infos

Verein Gigahertz
Gigahertz ist ein alter Hase im Kampf gegen den Elekrosmog: "...Wir sind ein politisch und konfessionell neutraler und unabhängiger Verein, dessen Vorstandsmitglieder alle ehrenamtlich arbeiten. Unsere Wurzeln liegen im erfolgreichen 10-jährigen Kampf gegen das Kurzwellenzentrum von Schweizer Radio-International in Schwarzenburg, welches infolge massiver Gesundheitsschäden in der Bevölkerung im Sommer 1998 ersatzlos abgebrochen werden musste.
Wir wollen erreichen, dass die Bevölkerung vor den schädlichen Auswirkungen der elektromagnetischen Strahlung geschützt wird und dass bereits Betroffene zu ihrem Recht kommen... "
Auf Ihrer Website sind Unmengen an Infos, Ratschlägen, Forschungsergebnissen und Dokumentationen zu finden.
mehr erfahren

Eine ähnliche Organisation in Deutschland mit einer sehr informativen Plattform  ist diagnose:funk
diagnose:funk ist eine Umwelt- und Verbraucherorganisation, die sich für den Schutz vor elektromagnetischen Feldern und Strahlung einsetzt. Ziel von diagnose:funk ist, industrieunabhängig über die 'Nebenwirkungen' der mobilen Kommunikation und Risiken durch Elektrosmog aufzuklären. Auf diese Weise sollen Verbraucher wie auch die Umwelt geschützt und strahlungsarme Technologien vorangebracht werden.
mehr erfahren

Standorte der Mobilfunkantennen in der Schweiz
Wer wissen will wo die Mobilfunkantennen in seiner Nähe genau sind und wie stark sie sind findet beim Bundesamt für Kommunikation eine interaktive Karte unter diesem Link .

Massnahmen gegen Elektrosmog in Kitas, Kindergärten, Schulen und vorallem den eigenen 4 Wänden
Die stärksten Strahlungsquellen kommen nicht von aussen, sondern haben wir ungewollt in den Häusern oder schaffen sie selber an: Elektrische Installationen, Handys und Dect-Telefone, WLAN-Netzwerke und die vielen Bluetoothverbindungen.
Was wir selber und sofort tun können: Auch wenn es ein bisschen bequemer ist und so schön ordentlich aussieht ohne Kabel ist es sehr sinnvoll, unsere Geräte wieder an die Kabel zu fesseln. Das hat auch den Vorteil, dass uns die Geräte nicht überhall hin verfolgen können, sondern wir wieder bewusst entscheiden, wann wir ans Gerät gehen. Dabei sollte man aber nicht vergessen, die Bluetooth oder wireless Funktion immer an beiden Geräten zu deaktivieren, sonst strahlen auch verkabelte Geräte fröhlich weiter. Leider gibt es immer mehr Geräte mit Bluetoothfunktion die rund um die Uhr senden, ohne dass man diese Funktion deaktivieren könnte (TV-Geräte und ihre Fernbedienungen, Musikboxen etc). Solche Geräte sollte man nicht kaufen oder ersetzen.
Nachts sollte möglichst alles ausgeschaltet und vom Stromnetz genommen werden.

Wer es genauer wissen will lässt seine Wohnung/Haus von Fachleuten messen, die dann auch aufzeigen, wie sich die Strahlenbelastung verringern lässt.
Eine gute Adresse dafür ist: 

Geopathologie Schweiz
Eine geopathologische Untersuchung gibt Aufschluss. Unsere versierten Geopathologen messen vor Ort den Elektrosmog, die Belastungen von Erdstrahlen wie Wasseradern, Erdverwerfungen etc. und Störungen im Erdmagnetfeld und zeigen auf, wie diese Strahlen reduziert oder abgeschirmt werden können. Unser kompetentes Beraterteam steht telefonisch jederzeit kostenlos zur Verfügung.
mehr Infos


Ein Schlusswort:

Menschen sind Gemeinschaftswesen. Die digitale Vernetzung bringt uns einander nicht näher, sie lässt uns weiter vereinzeln und vereinsamen. Beziehungen, Sozialverhalten und Empathie können, wie alles Grundlegende, nicht am Bildschirm erlernt werden.
Die kindliche Entwicklung, Erziehung und Pädagogik funktionieren nur analog - je mehr wir hier digitalisieren, je mehr fällt davon weg.
Christian Wirz

 

IN EIGENER SACHE
Unser Newsletter geht an 2390 Adressen. Gerne verbreiten wir über unseren Newsletter auch eure passenden
Veranstaltungshinweise, Buchtipps, pädagogischen Texte, Stelleninserate.
Der nächste Newsletter erscheint im März.
Schreibt uns an christian-wirz(at)arbeitskreis.ch oder meldet euch unter Tel. 033 534 31 34.

Newsletter weiterempfehlen:
Gefällt euch unser Newsletter? Verbreitet/empfehlt ihn doch weiter.
Ihr könnt auch nur den Link zu diesem Newsletter weitermailen:
Alle früheren Newsletter findet ihr im ARCHIV.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



----------------- Abmelden vom Newsletter ----------------------