Newsletter fpa 05/2018

 

"Das Leben ist liebenswert. Nur wo die Liebe weilt, kann gutes Leben wachsen.
Das zu verstehen, ist das erste Gebot des Lernens."
(Mutter Teresa zu Otto Herz in Calcutta, 1997)

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser

In meinem Alltag nehme ich immer stärker wahr, wie tief wir alle in unseren eigenen Positionen und Blickwinkeln gefangen sind. Wie können wir dahin kommen, Erziehungs- oder Schulprobleme nicht mehr beim Kind zu sehen, dafür seine Perspektive und die Situation in einem grösseren Zusammenhang?

Ich halte es oft kaum aus wie mit Kindern umgegangen und gesprochen wird. Kaum verhält sich ein Kind nicht nach unseren Vorstellungen, sind sofort wir Erwachsenen die verletzten Kinder -  aus unserer Machtposition sagen wir den Kindern den Kampf an und versuchen, unsere Vorstellungen mit Gewalt durchzusetzen. Ich möchte wütend dazwischenfahren, wenn Eltern ihre schreienden Dreijährigen durch die Gegend schleifen, Schulkinder blossgestellt, aus dem Zimmer geworfen oder zum Abschreiben der Hausordnung verknurrt werden.
Das Schlimmste aber ist: Ich bin selber gar nicht besser. Auch bei mir treffen (meine) Kinder immer wieder zielgenau den Nerv, der mich in meine Not bringt, in der ich aus der Beziehung gerissen in einem inneren Kampf lande und Dinge sage und tue, die ich im Nachhinein daneben finde und bereue.

Auf diese Weise geben wir die Verletzungen und Nöte weiter, die wir selber einst als Kind erlebt haben.
Auf diese Weise wird die Welt zum Kampfplatz, der sie ist, werden all die zerstörerischen Kräfte möglich, in zwischenmenschlichen Beziehungen wie auch allen globalen Konflikten.
Denn lieber geben wir die eigene Verletzung weiter, als sie in uns drin zu fühlen.
Lieber versuchen wir unsern inneren Mangel mit Konsum zu kompensieren, als ihn wahrzunehmen.
Lieber sehen wir die Verursacher unserer Not in der Gegenwart als die Erkenntnis zuzulassen, dass die Gründe dafür in unserer Kindheit zu finden wären: Bei unseren Eltern, vielleicht auch mal bei den LehrerInnen oder andern Erwachsenen.

Wie können wir den Teufelskreis durchbrechen, damit wir den bitteren Kelch aus dem wir schon trinken mussten nicht einfach weitergeben?
Von den eigenen Eltern abweichende  Meinungen und Lebenskonzepte, neue pädagogische Ideen, freie, achtsame oder potenzialentfaltende Schulen oder Homeschooling helfen uns da nicht weiter - denn es zählt nicht die äussere Form. Wesentlich ist einzig wie weit wir es schaffen, was wir fühlen nicht mehr mit dem Aussen der Gegenwart, sondern unserem tieferen Innern zu verbinden. Das führt uns durch unseren eigenen Schmerz, in die Beziehung zu uns selber. Dies ist die Voraussetzung um mit unseren Mitmenschen und vor allem unseren Kindern in eine wirkliche Beziehung zu treten.
Nur wenn dies gelingt nehme ich wahr wie es dem Kind vor mir geht und kann ihm geben was es braucht - denn dann bin ich frei und brauche nichts mehr von ihm.
Je häufiger dies gelingt, umso eher schaffen wir es den Teufelskreis zu durchbrechen und etwas anderes weiterzugeben, als wir selber erlebt haben.

Leider kann dies mit keinem Tagesseminar vermittelt werden. Es bleibt unsere Lebensaufgabe, unsere Wahrnehmung und unser Bewusstsein dafür täglich weiter zu wecken und mehr und mehr in die Selbstverantwortung für unser Leben, und was wir weitergeben hinein zu wachsen.
Ich werde euch an dieser Stelle immer wieder an diese Aufgabe erinnern. Ganz im Sinne der nachfolgenden kleinen Geschichte, die mir Otto Herz zugesandt hat:

Einst kamen Gesandte aus der Ferne an den Hof des Kaisers von China.             
Der Kaiser fragte die Gesandten: „Gibt es Neues im Lande?“                    
Die Gesandten verneigten sich vor dem Kaiser und antworteten höflich:
„Nichts Neues, Majestät, aber kennen Majestät schon das Alte?“

Auch in unserem  Programm hat es niemanden, der ganz neue Botschaften verkündet -  es sind alles alte erfahrene Hasen (liebe Kursleiterinnen, entschuldigt diesen Ausdruck !) die seit Jahrzehnten unermüdlich an ihren Themen und deren Vermittlung sind. Sie bringen uns viel Essentielles, Wesentliches und Bewährtes.
Es beginnt am 9. Februar mit „Aktiv sehen lernen - Sinnesentwicklung und Sinnespflege durch Formenzeichnen“ und einem alten Bekannten: Peter Büchi. Er war ab 1978 im FPA-Vorstand, amtete 20 Jahre lang als Präsident und hat unsere Geschichte entscheidend geprägt. Für all dies danke ich ihm von Herzen ! Eine ausführlichere Würdigung seines Schaffens, verfasst von Daniel Wirz, findet ihr hier: Text lesen

Besonders erfreut bin ich, dass der unermüdliche „Reformpädagoge“ und Botschafter für die Anliegen der Kinder, Otto Herz, wieder einmal zu uns kommt. „Welche Schule braucht die Zukunft?“ ist der Titel vom 9. März mit ihm.
Er war, neben zahlreichen andern Tätigkeiten, mit Hartmut von Hentig 10 Jahre lang am Aufbau der Laborschule Bielefeld beteiligt - vermutlich die einzige Schule die offiziell ein Forschungslabor für neue Schulformen ist. Wärmstens empfehle ich euch zuerst die gereiften Überzeugungen von Otto anzuhören und dann am 18.5. unser Seminar „Kann Schule auch ganz anders sein?“ mit Susanne Thurn zu besuchen. Sie war 1990-2013 die Schulleiterin der Laborschule und hat einen sehr praxisnahen Erfahrungs-Fundus, wie Schule auch ganz anders funktionieren kann als wir sie kennen.

Nun wünsche ich euch frohe Festtage und alles Gute fürs neue Jahr -  ein Jahr in dem  vielleicht nicht das stetige Ergattern des Neusten, sondern die Verinnerlichung des Alten zählt.

Herzlich,

 

In eigener Sache:
Vor einem Jahr habe ich euch an dieser Stelle von erfolgreichen Bemühungen um Spendengelder  und geplanten Sparmassnahmen berichtet, um unsere finanzielle Notsituation zu entschärfen. Nun kann ich sagen: Es hat, wenn auch knapp, funktioniert - dank der Reduktion von jährlich vier auf zwei Kurshefte und einem grösseren Honorarverzicht von mir. Ich muss euch also nicht erneut aufrufen uns zu retten um es ins nächste Jahr zu schaffen. Um unsere Situation weiter zu entspannen und unser Engagement zu unterstützen wünschen wir uns aber zu Weihnachten und fürs neue Jahr weiterhin:

Viele neue Mitgliedschaften, Gönner, kleine oder grössere Spenden !
Wer Mitglied oder Gönner werden will, kann dies hier gleich tun.
Hinweis: Besonders interessant ist die Mitgliedschaft für Schulen/Institutionen: Für Fr. 150.– pro Jahr profitiert das ganze Kollegium/Team von ermässigten Kursgebühren.
Wer uns lieber eine Spende zukommen lassen will meldet sich unter diesem Link oder überweist uns diese einfach auf folgendes Konto:
Freier Pädagogischer Arbeitskreis, FpA 2, 8000 Zürich, CH31 0900 0000 8766 0517 5, Vermerk «Spende».
Vielen Dank!

Eigene Veranstaltungen

Das neue Kursheft ist da: Download als pdf

Agnes Zehnter & Martin Niedermann
Weiterbildung: Erzähl mir eine Geschichte 2019 - Geschichten erleben, verstehen, erzählen
Jeder Mensch ist ein Erzähler. Erzählen ist lernbar und Geschichten können jeden berühren, in der Schule, zuhause, vor Publikum, im Berufsalltag. Erzählen ist da aktuell, wo wir in Beziehung zu Menschen stehen möchten!
Kursort:
Aesch (BL)

Kursdaten: 

25./26. Januar:         Sagen
1./2. März:                Mythen
3./4. Mai:                  Märchen
8.-12. Juli: Übwoche „hinter den Bergen“

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Peter Büchi
Aktiv sehen lernen - Sinnesentwicklung und Sinnespflege durch Formenzeichnen

Zu den grundlegenden Aufgaben des Erziehens gehört, mit allen Sinnen ein regsames, innerlich tätiges Formerleben zu pflegen, um in den geronnenen Formen den Nachklang des Gestaltenden, im Gewordenen das Werdende zu erfassen.
V
oraussetzungslos führt der Kurs „Formenzeichnen“ zur Entfaltung kreativer Kräfte und zu gesteigerter Sinnestätigkeit.
Samstag 9. Februar, in Zürich
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Christine Ackermann
Erste Einblicke in die Pikler-Pädagopgik - ein Besuch im Pikler Kleinkinder-Haus Siebnen

Dieser Tag soll einen Einblick geben in die Grundprinzipien der Pädagogik Emmi Piklers. Ausgangspunkt ist zum einen die Bedeutung beziehungsvoller Pflege für den Aufbau von Vertrauen und emotionaler Sicherheit, zum anderen der Stellenwert einer autonomen Bewegungsentwicklung und des freien Spiels für die Persönlichkeitsentwicklung kleiner Kinder.
Samstag 23. Februar, in Siebnen (SZ)
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Otto Herz
Welche Schule braucht die Zukunft?

"Die Aufgabe der Schule ist es, das Gelingen zu organisieren, nicht das Misslingen zu dokumentieren."
Es gibt zwei - sehr gegensätzliche - sehr radikale Positionen:

  • Amerikanische Schulforscher sagen: „schools change slower than churches ...“Machen wir uns klar, dass die Kirchen es mit „Ewigkeits-Werten“ zu tun haben, dann lässt sich ermessen, was damit ausgesagt ist: Schule bleibt, (jedenfalls im Grundsatz) was und wie ist; Schule ist eben Schule …
  • Die allgemeine öffentliche Pflicht- und bürokratisch verwaltete Verpflichtungsschule wird
    es alsbald nicht mehr geben. Diese Traditions-Schule ist ein, sie wird zum Auslaufmodell.

Was ist nun aber eine anstrebenswerte Perspektive zwischen diesen radikalen Positionen?
Samstag 9. März, in Zürich
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Ulrike Poetter
Erziehung zur schöpferischen Innenkultur im Zeitalter äusserer Bildkultur

Gegenwärtig erleben wir durch die neuen Medien einen Kulturwandel von der schöpferischen Bildschaffung im eigenen Vorstellungsraum hin zu einer veräusserlichten, fremdbestimmten Bildsprache.
Dadurch ist die Entwicklung von schöpferischen Vorstellungsfähigkeiten erschwert, die den Menschen zu einem freien, autonom handelnden Wesen machen.
Samstag 16. März, in Zürich
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Marianne und Kaspar Baeschlin
Lösungsorientierte Pädagogik - eine Entlastung für Schule und Elternhaus

Vom Lernen der Kinder - und wie es von Eltern und Lehrpersonen am besten begleitet wird.

Das lösungsorientierte Modell nach Steve de Shazer und Insoo Kim Berg stärkt die Motivation, das Selbstvertrauen, die Lernverantwortung, den Klassengeist und die Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen. Das Modell hilft, die Belastung in schwierigen Situationen zu vermindern und Freude von Eltern und Lehrpersonen zu mehren, indem sie lernen, den Blick häufiger weg von den Problemen hin auf die guten Entwicklungen zu richten.
Samstag 23. März, in Zürich
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Christian Breme
Praxiswege einer Sexualerziehung aus spirituellem Verständnis
„Woher komme ich, wer bin ich, mit wem will ich mich verbinden?“
Die innere Entwicklung des Menschen ist von Anfang an zutiefst verbunden mit der Sehnsucht nach Begegnung, nach dem Du (Martin Buber). In diesen grossen Zusammenhang der Entfaltung des Menschlichen müssen heute die Fragen der Liebe und Sexualität eingebettet werden.

Samstag 30. März, in Zürich
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Daniel Wirz
Bildung vor dem Absturz ins Digi-Tal - Aufwachen ist angesagt

Der Lebensalltag heutiger Kinder ist geprägt von der Präsenz digitaler Welten und zwar in einem Ausmass, wie wir uns das noch vor nicht allzu langer Zeit niemals vorstellen konnten. Wir sind im Zusammenhang damit mit dem Phänomen einer Massensucht konfrontiert. Und nur ganz wenige nehmen das überhaupt wahr, was freilich zur Symptomatik jeder Sucht gehört.
Samstag 27. April, in Zürich
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Gerda Salis Gross
Wenn Kinder nicht mehr spielen

"Wenn Kinder nicht mehr spielen geht die Welt unter" - Wie bringen wir die Kinder wieder ins Spiel ?
Immer mehr Eltern und Pädagogen sind darüber beunruhigt, dass Kinder nicht ins Spiel finden. Unruhe, Depressionen, Apathie, permanentes Animationsbedürfnis, Wutanfälle und Zerstörung… Dass das Kind nicht ins Spiel findet, kann sich auf sehr unterschiedliche Weise zeigen. Der Kinderarzt Dr. Herbert Renz-Polster nennt es das Spiel-Defizit-Syndrom.
Welche Bedürfnisse liegen dahinter? Wie können wir Erwachsenen diesen begegnen?

Anhand von anschaulichen Spielgeschichten versuchen wir ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln und erforschen gemeinsam mögliche Auswege.
Samstag 4. Mai, in Zürich
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Susanne Thurn
Kann Schule auch ganz anders sein
?

Leben, lernen und lehren in einer Schule für alle Kinder
Wenn mit Interesse gelernt wird, ist Zeitverlust nur Zeitgewinn – Ermutigung
ist das Zauberwort der Pädagogik… Diese und andere sind nur allzu bekannte pädagogische Einsichten, die kaum jemand ernsthaft bestreiten möchte.
Nur: Unsere Schulen machen das Gegenteil. Belehrung beherrscht den Schulalltag – Noten, Tests, Vergleiche. Sie erzeugen flüchtiges Wissen statt Können. Zeit fehlt für so gut wie alles, was Freude bereitet – Beschämung beherrscht den Alltag, mehr noch durch vorgegebene Strukturen als durch Menschen.
Wie muss eine Schule aussehen, die dem Einzelnen mit all seinen Vermögen gerecht zu werden versucht, das Leben in der Gemeinschaft wert schätzt und
in der Verschiedenheit der Kinder Reichtum sieht?
Samstag 18. Mai, in Zürich
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Vorschau aufs 2. Halbjahr:

Christian Breme
Achtsamkeit, Wachsamkeit - Seminar zur Prävention sexueller Gewalt
Samstag 24. August, in Zürich
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Karel Dolista
Prag zwsichen gestern und morgen
Studienreise, 7.-13.Oktober.
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Klaus Käppeli
Die Kaiserschnittgeburt
Wie erleben Kinder die Geburt und wie gestalten sie daraus ihr Leben in Familie und Schule?
Samstag 26. Oktober, in Zürich

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Dominik Rentsch
Move. clap & smile 5
Bewegungs- und Rhythmusspiele für den Unterricht.
Samstag 2. November, in Zürich
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Johannes Stüttgen
Thema noch offen
Samstag 9. November, Zürich
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Henning Köhler
Thema noch offen

Samstag 23. November 2019, in Zürich
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Anmeldungen für alle Kurse, die unter www.arbeitskreis.ch noch nicht aufgeschaltet sind, sind jederzeit per Mail oder Telefon möglich: info(at)arbeitskreis.ch  Tel: 033 534 31 34

Veranstaltungen anderer Anbieter

GAIMH - Gesellschaft für Seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit
Jahrestagung 2019: »Handeln und Wandeln - Kindsein in modernen Gesellschaften«
28.02.-02.03. in Hamburg
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Lesens-/sehenswert

Welche Kinder wollen wir unserer Welt hinterlassen ? - Wie der Waldkindergarten wichtigen Grundbedürfnissen und Lebenskompetenzen gerecht werden kann.
(Sarah Wauquiez, Naturpädagogin, Grundschullehrerin, Psychologin, 2018)

Welche wichtigen Eigenschaften brauchen unsere Kinder, um in einer ungewissen Zukunft möglichst erfüllt und erfüllend zu leben ? Und wie werden diese im Waldkindergarten gefördert ? Als Naturpädagogin und Forschungstätige im Bereich « Kind und Natur » habe ich natürlich so meine Antworten auf diese Fragen. Ich weiss auch, wie sich Experten verschiedener Branchen darüber streiten und uns ihre Massnahmen (meist in Form von Käfigen) schmackhaft zu machen versuchen. Die aktuell wohl einflussreichste Meinung auf die Bildungspolitik hat die OECD. Zur Frage, welche Kompetenzen wir für ein erfolgreiches Leben und eine gut funktionierende Gesellschaft brauchen, meint sie (Rychen & Salganik, 2003 ; www.deseco.admin.ch) :

-Reflexivität als Kern der Schlüsselkompetenzen
-Fähigkeit zur interaktiven Anwendung von Sprache, Symbolen und Text

-
Fähigkeit zur interaktiven Nutzung von Wissen und Informationen
-Fähigkeit zur interaktiven Anwendung von Technologien
-
Fähigkeit, gute und tragfähige Beziehungen zu unterhalten
-
Kooperationsfähigkeit
-
Fähigkeit zur Bewältigung und Lösung von Konflikten
-
Fähigkeit zum Handeln im grösseren Kontext
-Fä
higkeit, Lebenspläne und persönliche Projekte zu gestalten und zu realisieren.
-Fähigkeit zur Wahrnehmung von Rechten, Interessen, Grenzen und Bedürfnissen.
Elegante Verpackung, aber es fehlt an sinn- und wert-vollem Inhalt. Rolf Jucker, BNE-Experte und Geschäftsleiter der Stiftung SILVIVA – Lernen mit der Natur, meint zu diesen Schlüsselkompetenzen : «It is immediately obvious that these key competencies can be used either to develop new weapons of mass destruction or to initiate a meaningful sustainable community project. » (Jucker, 2011, S.43).
ganzer Artikel lesen?

Bildung muss mehr erreichen wollen als die Vermittlung von Wissen. Wie unzulänglich die obengenannten Kriterien der OECD sind und wie recht Rolf Jucker hat, dafür steht der erschütternde nachfolgende Text:

 

Liebe Lehrer...

von Haim Ginott "Teacher and child", 1972

Ich bin ein Überlebender eines Konzentrationslagers.
Meine Augen haben gesehen, was niemand je sehen sollte.

Gaskammern, gebaut von gelernten Ingenieuren.
Kinder, vergiftet von ausgebildeten Ärzten.
Säuglinge, getötet von geschulten Krankenschwestern.
Frauen und Babies,
erschossen und verbrannt von Hochschulabsolventen.

Deshalb bin ich mißtrauisch gegenüber Erziehung.
Meine Forderung ist,
daß Lehrer ihren Schülern helfen, menschlich zu werden.
Ihre Anstrengungen dürfen niemals führen
zu gelernten Ungeheuern, ausgebildeten Psychopathen, studierten Eichmanns.

Lesen, Schreiben und Rechnen sind nur wichtig,
wenn sie dazu dienen, unsere Kinder menschlicher werden zu lassen.

 mehr Infos zu Haim Ginott


Dass es auch mit ganz grundlegendem Wissen wie "Wo geht die Sonne auf?" nicht gut bestellt ist, können wir nachlesen im
Jugendreport Natur 2016: Naturentfremdung unter Kindern und Jugendlichen  (Martina Rüter, 24.10.2016)
...Die Ergebnisse der aktuellen Studie sind zum Teil erschreckend. Kinder haben dramatische Wissenslücken und wissen immer weniger über die Natur.  So spielt die Natur im Alltag für viele Jugendliche keine große Rolle und wird zunehmend zur Nebensache. ...
weiterlesen?

Was tun? Der nachfolgende Buchtipp kann uns zu dieser Frage weiterhelfen:
Was Menschen bildet - Bildungskritische Orientierungen für gutes Leben (Budrich Unipress 2018)

Welche Bildung brauchen und wollen wir? Angesichts einer ungewissen Zukunft reicht das gegenwärtig vorherrschende Verständnis von Bildung unter Maximen von wirtschaftlicher und politischer Verwertbarkeit und Anpassung nicht aus. Das zwingt für eine umwelt- und nachhaltigkeitsorientierte Bildung zu einer kritischen Klärung. Das in der Bildungspolitik gängige schulpädagogische Menschenbild genügt dafür durch seine behavioristisch-milieutheoretische Einengung nicht. Das Buch gibt Auskünfte über Eckpunkte einer zukunftsfähigen Persönlichkeitsbildung, indem in einem breiten interdisziplinären Reigen ausgewiesene Fachwissenschaftler wie auch Praktiker aus Medizin, Ethnologie, Kultur- und Sozialwissenschaften, Pädagogik und Philosophie hilfreiche Klärungen anbieten.
AutorInnen/HerausgeberInnen: Norbert Jung, Heike Molitor, Astrid Schilling
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Was Beziehung bedeutet und Sprache bewirkt (Joachim Bauer, in „Das Goetheanum“, Juli 2018)
Menschen können sich nur dann gut entwickeln, wenn sie –dies gilt von Beginn des Lebens an –gute Beziehungserfahrungen machen können. Nicht nur geistig-seelisch, auch biologisch ist erlebte Beziehung wichtig. Joachim Bauer zeigt, dass im Kern von Beziehung Spiegelungs- und Resonanzvorgänge stehen. Beziehungserfahrungen sind entscheidend, wenn es darum geht, einem Menschen medizinisch, therapeutisch oder pädagogisch zu helfen.

weiterlesen?

Filmtipp
Regie: Magreth Olin
Kindheit 
(Norwegen 2018, DVD deutsch, 90 Min.)

Die Kinder vor Margreth Olins Kamera sind zwischen einem und sieben Jahren alt. Sie spielen, basteln, feiern Geburtstag, tragen ihre Konflikte aus - immer liebevoll begleitet von den Erzieherinnen und Erziehern, die eben gerade nicht erziehen, sondern den Kindern stattdessen erlauben, sich zu entfalten. ''KINDHEIT'' dokumentiert einen Blick auf Kinder und einen Umgang mit ihnen, der selbstverständlich sein könnte, inzwischen aber als Ausnahme auffällt.
mehr Infos/DVD bestellen

ELTERNLOBBY SCHWEIZ
Petition: Freie Bildungswahl für alle statt für wenige

Jetzt mitmachen und unterschreiben!

Das heutige Schulsystem möchte allen Kindern gerecht werden und stösst dabei an deutliche Grenzen. Zuviele Kinder leiden und können ihr Potenzial nicht entfalten. Unterschreiben Sie jetzt die Petitionen, damit alle Kinder ihr Potenzial entfalten können!
Unterschreiben geht unabhängig von Wohnort, Nationalität und Alter. Herzlichen Dank für Ihren Einsatz!
Hier geht’s zur Petition

Allerlei


Wir suchen

ab sofort:
-Lehrperson für einzelne Epochen in der 5. und 6. Klasse

-Lehrperson mit Schwerpunkt Naturwissenschaften (60 %)
für die 8. und 9. Klasse 
-Lehrperson für den Französisch-Unterricht in der 1. bis 9. Klasse

ab Schuljahr 2019

-KindergärtnerIn

-Lehrperson für die 1. Klasse
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 Die Geschenkidee, die mehrfach Freude schenkt:

   

Eine schöne und pädagisch wertvolle Puppe verschenken und damit ein tolles Projekt unterstützen
In Andahuaylillas, einem kleinen Dorf südlich von Cusco, haben Lucy Terrazas und Julio Herrera im Oktober 2000 ein kleines Frauenprojekt ins Leben gerufen. Mit sieben Frauen aus den untersten sozialen Schichten begannen sie aus natürlichen Materialien Stoffpuppen für den Verkauf herzustellen. Seither weitete sich das Projekt stetig aus. Ihr Ziel ist es, die Abwanderung in die Slums der Grossstädte zu stoppen und langfristig den Frauen die Verantwortung des Projektes zu übergeben. Im Moment arbeiten etwa 80 Frauen und 15 Männer (Bau) für das Qewarprojekt.
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Die Puppen können auch in der Buchhandlung Beer gekauft werden:


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